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Die Sauer-Orgel

Die Hauptorgel der Saalfelder Johanneskirche auf der Empore im Westen wurde 1894 von Wilhelm Sauer aus Frankfurt (Oder) mit der Opuszahl 624 erbaut.

Der Prospekt stammt von der barocken Vorgängerorgel des Saalfelder Orgelbauers Fincke. Das Instrument mit mechanischer Traktur aus dem Jahre 1708 war ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr spielbar und musste daher ersetzt werden. Zur Zeit der Spätromantik entschied man sich für Wilhelm Sauer (1831-1916), der seinerseits mit dem Umbau der Königsberger Domorgel (1862) sowie unter anderem mit dem Neubau der Orgeln in der Leipziger Thomaskirche (1889) und der Marienkirche zu Mühlhausen (1891) einen hervorragenden Ruf als Orgelbauer erlangen konnte. Prägender Initiator dieses Vorhabens war der damalige Kantor an der Johanneskirche, Kirchenmusikdirektor Wilhelm Köhler (1852-1924).
Die Sauer-Orgel
Die Sauer-Orgel
Sauer versetzte den Prospekt nach hinten, um mehr Platz zum Musizieren auf der Empore zu schaffen. Zusätzlich wurde ein freistehender Spieltisch gebaut. Dieser befindet sich ca. 5 m vor der Orgel mit Blick auf das Instrument. Im gleichen Jahr wurden durch Wilhelm Sauer auch die Instrumente für den Bremer Dom und die Lutherkirche zu Apolda geliefert. Ebenso wie die Saalfelder Orgel werden die Schwesterinstrumente in Bremen und Apolda bis zum Gehäuse pneumatisch angesteuert und arbeiten im Gehäuse als mechanische Kegellade.

Romantische Orgeln zeichnen sich durch eine Vielzahl an Registern mit orchestralem Klang sowie durch die unterschiedlichsten Spielhilfen (Schwellwerk, Walze, freie Kombinationen) aus, während mechanische, barocke Orgeln mit ihrem hellen und durchsichtigen Klang die damalige Orgelmusik nicht adäquat wiedergeben konnten und dem Zeitgeist nicht mehr entsprachen.
Dies änderte sich in den 1930er Jahren, als mit der Orgelbewegung eine Rückbesinnung („Neo-Barock“) des idealtypischen Klangbildes erfolgte. Wie auch das Schwesterinstrument in Apolda wurde die Orgel daher in den dreißiger Jahren sowohl technisch als auch klanglich umgebaut. Dabei ging wertvolle originale Substanz verloren. Der Versuch, eine originär romantische Orgel zu barockisieren konnte nicht gelingen. Der ursprüngliche Sauer’sche Spieltisch wurde dabei durch den heute noch erhaltenen ersetzt.

Erste Arbeiten zur Rückführung der Disposition wurden im Rahmen einer größeren Sanierung im Jahr 1996 bereits ausgeführt. Um jedoch die originale Klanglichkeit auch im Detail wieder zu erreichen, bedarf es noch einer Reihe von umfassenden Arbeiten am Pfeifenwerk und besonders bei der Intonation.
Die Sauer-Orgel
Die Sauer-Orgel

Unsere Orgel zählt zu den schönsten Orgeln Thüringens. Unter den romantischen Orgeln nimmt sie eine Sonderstellung ein, da sie – bedingt durch den Prospekt – einen eher barock angelegten Werkaufbau besitzt und durch ihre direkte Abstrahlung heller und strahlender klingt, als die typischen Sauerorgeln dieser Zeit. Die Disposition war, nach einem für Sauer typischen, stimmigen Konzept, in hoher künstlerischer Qualität angelegt.

Jede Woche ist die Sauer-Orgel vielfach im Einsatz. So soll es bleiben. Über 120 mal im Jahr – und das noch ohne die Übzeiten der Organisten. Bitte besuchen Sie unsere Gottesdienste und Konzerte. Von Mai bis Oktober finden immer mittwochs um 20 Uhr die Saalfelder Abendmotetten statt.


Herzlich laden wir Sie ein, die Atmosphäre der Kirche und die Musik zu genießen.
www.kirchenmusik-saalfeld.de

Fincke Orgel

Auf dem Bild sieht man die alte Fincke-Orgel mit dem Innenraum der Johanneskirche vor 1894.

Zu sehen sind auch die damals noch vorhandenen seitlichen Emporen sowie die kleine Empore am Hauptportal. Die Inneneinrichtung ist noch Barock geprägt, die Kanzel befand sich damals auf der Nordseite und wurde dann umgesetzt.

 

Disposition

I. Hauptwerk C-f’’’

  • 1. Principal 16’
  • 2. Bordun 16’
  • 3. Principal 8’
  • 4. Flûte harmonique 8’
  • 5. Viola di Gamba 8’
  • 6. Gedackt 8’
  • 7. Gemshorn 8’
  • 8. Quintatön 8’
  • 9. Octave 4’
  • 10. Rohrflöte 4’
  • 11. Octave 2’
  • 12. Rauschquinte 2f
  • 13. Mixtur 3f
  • 14. Cornett 3-5f
  • 15. Trompete 8’

II. Oberwerk C-f’’’

  • 1. Quintatön 16’
  • 2. Principal 8’
  • 3. Rohrflöte 8’
  • 4. Spitzflöte 8’
  • 5. Salicional 8’
  • 6. Dulciana 8’
  • 7. Octave 4’
  • 8. Flauto dolce 4’
  • 9. Octave 2’
  • 10. Progressio 2-3f
  • 11. Clarinette 8’ (z. Zt. still)

III. Schwellwerk C-f’’’

  • 1. Liebl. Gedackt 16’
  • 2. Geigenprincipal 8’
  • 3. Konzertflöte 8’
  • 4. Liebl. Gedackt 8’
  • 5. Schalmei 8’
  • 6. Aeoline 8’
  • 7. Voix celeste 8’
  • 8. Traversflöte 4’
  • 9. Fugara 4’
  • 10. Quintatön 4’
  • 11. Harmonia aeth. 2-3f
  • 12. Oboe 8’

Pedal C-f’

  • 1. Contrabass 32’
  • 2. Principalbass 16’
  • 3. Subbass 16’
  • 4. Violon 16’
  • 5. Octavbass 8’
  • 6. Bassflöte 8’
  • 7. Violoncello 8’
  • 8. Octave 4’
  • 9. Posaune 16’
  • 10. Trompete 8’
  • 11. Clarine 4’

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